Mit Berufung auf das Auswärtige Amt berichtet die Tagesschau, dass bereits am Freitag eine deutsche Archäologin gemeinsam mit ihrem irakischen Fahrer in der nordwestirakischen Provinz Ninawa entführt worden sei.
Mitarbeitern der ARD wurde in Bagdad ein Video der Entführer übergeben, in welchem diese unter Drohung der Tötung der Geiseln die Bundesregierung auffordern, zukünftig nicht mehr mit der neuen irakischen Regierung zusammen zu arbeiten. Weiterhin forderten die Entführer die Ausstrahlung des Videos im deutschen Fernsehen, jedoch ist dies von der ARD abgelehnt worden, und auf der Tagesschau-Website ist lediglich ein Standbild zu sehen.
Bei der Entführten handelt es sich offenbar um die gebürtige Münchenerin Susanne Osthoff. Neben ihrer Tätigkeit als Archäologin engagierte sie sich seit 1991 für Hilfsaktionen im Irak. Die bis vor kurzem im bayerischen Glonn lebende Osthoff spricht fließend arabisch und war mit einem Jordanier verheiratet. Für ihr Engagement in Krisengebieten erhielt sie 2003 von der Süddeutschen Zeitung einen Preis für Zivilcourage.
Das Auswärtige Amt hat bereits einen Krisenstab unter Leitung des Staatssekretärs Klaus Scharioth eingerichtet, der sich als oberstes Ziel gesetzt haben soll, das Leben Susanne Osthoffs und ihres Mitarbeiters zu retten.